Entdecken Venezia

  • Etwa 50.000 Einwohner im historischen Lagunenzentrum
  • Venetien
  • MEZ/MESZ (UTC+1 / UTC+2)

Geschichte

Seufzerbrücke

Die Ursprünge Venedigs reichen zurück ins 5. und 6. Jahrhundert n. Chr., als Menschen vom venetischen Festland vor den Invasionen der Barbarenvölker Zuflucht zwischen den Inseln und Untiefen der Lagune suchten. Die frühesten Siedlungen entstanden auf hölzernen Pfählen, die in den Schlamm gerammt wurden — eine Bauweise, auf der über Jahrhunderte eine ganze Stadt errichtet werden sollte. Im Jahr 697 wählte die Republik ihren ersten Dogen: der Beginn einer fast ununterbrochenen Herrschaftslinie, die mehr als tausend Jahre andauern sollte.

Zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert erreichte Venedig seinen Höhepunkt als See- und Handelsmacht, eine der großen Seerepubliken neben Genua, Pisa und Amalfi. Venezianische Kaufleute kontrollierten die Handelsrouten des Mittelmeers und brachten Gewürze, Seide und Gold aus dem Orient in die Stadt — ein Reichtum, der die Palazzi, Kirchen und Kunstwerke finanzierte, die noch heute an den Kanälen stehen.

Dieser wirtschaftliche Glanz spiegelte sich in ebenso großem künstlerischem und architektonischem Glanz wider: die Markusbasilika, der Dogenpalast und das dichte Geflecht aus Gassen (calli) und Plätzen (campi), die das historische Zentrum bilden, erzählen bis heute von einer Stadtrepublik, deren Reichtum und Sinn für Schönheit enger mit dem Orient verbunden waren als bei jeder anderen europäischen Macht ihrer Zeit.

Der Niedergang kam schleichend, als die Handelsrouten im Mittelmeer an Bedeutung verloren und der Druck der großen europäischen Mächte wuchs, bis Napoleon Bonaparte 1797 der Republik ein Ende setzte und sie an Österreich abtrat. Nach mehr als tausend Jahren unabhängiger Geschichte hörte die Serenissima auf, als Staat zu existieren — doch die Stadt, die sie erbaut hatte, zwischen Wasser und Stein schwebend, bleibt bis heute eines der einzigartigsten urbanen Erlebnisse der Welt.

Wusstest du schon?

Dogenpalast
  • Venedig hat keine Straßen für Autos: Man bewegt sich ausschließlich zu Fuß oder mit dem Boot, entlang von über 150 Kanälen und mehr als 400 Brücken.
  • Die Calle Varisco bei Santa Fosca ist eine der schmalsten Gassen der Welt: nur 53 Zentimeter breit — zu schmal, um sich nebeneinander zu begegnen.
  • Die Libreria Acqua Alta bewahrt ihre Bücher in Gondeln und alten Badewannen auf, bereit, sie zu schützen, sobald das Hochwasser in den Laden steigt.
  • Die Stadt liegt auf mehr als 100 kleinen Lagune-Inseln, die durch Jahrhunderte von Brücken und Kanälen zu einem einzigen historischen Zentrum verbunden wurden.
  • Bei besonders starkem Hochwasser kann der Pegel anderthalb Meter übersteigen und bis zu 60 % der Straßen überfluten — ein gut überwachtes Gezeitenphänomen, das meist Stunden im Voraus vorhergesagt wird.
  • Der erste Doge der Republik wurde 697 gewählt; danach folgte eine fast ununterbrochene Reihe von 118 Dogen über mehr als tausend Jahre.

Nicht verpassen

Markusdom
  • Markusdom — Venedigs Kathedrale, ein byzantinisches Meisterwerk mit Kuppeln, bedeckt mit Goldmosaiken, an der Piazza San Marco.
  • Dogenpalast — Der gotische Sitz der venezianischen Macht über tausend Jahre hinweg, durch die Seufzerbrücke mit den alten Gefängnissen verbunden.
  • Rialtobrücke — Die älteste der vier Brücken über den Canal Grande, seit dem 16. Jahrhundert von Geschäften gesäumt.
Alle Sehenswürdigkeiten ansehen →

Lokale Spezialitäten

Caffè Florian
  • Sarde in saor — Frittierte Sardinen, mariniert mit Zwiebeln, Rosinen und Pinienkernen — ursprünglich eine Methode venezianischer Seeleute, Fisch auf langen Reisen haltbar zu machen.
  • Bigoli in salsa — Dicke frische Pasta mit einer Sauce aus Zwiebeln und Sardellen, traditionell an fleischlosen Fastentagen gegessen.
  • Baccalà mantecato — Stockfischcreme, mit Öl zu einer samtigen Konsistenz aufgeschlagen, serviert auf Polenta- oder Brotscheiben.
  • Risi e bisi — Reis mit frischen Erbsen, ein Frühlingsgericht, das früher am Festtag des heiligen Markus dem Dogen serviert wurde.
  • Fritto misto di paranza — Frittierter Adria-Fisch und Meeresfrüchte, heiß serviert, oft in einer Papiertüte zum Mitnehmen.
Entdecke, wo man essen kann →

Praktische Informationen

Rialtobrücke

Fortbewegung

Venedig lässt sich nur zu Fuß oder auf dem Wasser erkunden: Der Vaporetto (Wasserbus) ist das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel, die Linien 1 und 2 fahren den Canal Grande entlang und bieten einen unvergleichlichen Blick auf die historischen Palazzi. Ein Einzelticket kostet etwa 9,50 Euro und gilt 75 Minuten; wer mehrere Fahrten am Tag plant, fährt mit einer Tageskarte meist günstiger. Das Ticket vor dem Einsteigen immer entwerten, und an großen Haltestellen wie San Marco oder Ferrovia sowohl auf den Buchstaben des Anlegers als auch auf die Linennummer achten, da oft mehrere Anleger dieselbe Kanalseite teilen.

Beste Reisezeit

Frühling und Herbst bieten angenehmes Wetter und eine deutlich ruhigere Stadt als der Sommer. Hochwasser (acqua alta) tritt häufiger zwischen Oktober und Januar auf, wird aber Stunden im Voraus vorhergesagt, und an den tiefsten Stellen der Stadt werden erhöhte Stege aufgestellt. Der Sommer ist heiß und stark besucht, während der Karneval im Februar und die Kunstbiennale besonders viele Besucher anziehen.

Gut zu wissen

  • Wer zwischen Herbst und Winter reist, sollte die Gezeitenvorhersage prüfen — an den tiefsten Stellen werden erhöhte Stege aufgebaut, damit man trockenen Fußes weiterkommt.
  • An den Vaporetto-Haltestellen immer sowohl Buchstabe als auch Liniennummer prüfen — verschiedene Anleger auf derselben Seite bedienen oft unterschiedliche Richtungen.
  • Lokale direkt rund um die Piazza San Marco sind meist teurer; wenige Gassen weiter gibt es oft dieselben Spezialitäten zu einem faireren Preis.
  • Mittag- und Abendessen folgen ähnlichen Zeiten wie im übrigen Italien, etwa 13-15 Uhr und ab 19:30 Uhr — viele Restaurants schließen dazwischen.